Von Andrea Luderer-Ostner
Landau/Haunersdorf. „Gemeinsam sind wir stärker!“ Mit diesem Ziel schließen sich immer mehr Kommunen zusammen, um eine attraktive Region zu gestalten – ohne die eigene Identität aufzugeben. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern unterstützt aktuell 23 anerkannte Integrierte Ländliche Entwicklungen (ILE), in denen 184 von 259 Kommunen zusammenarbeiten.
Am Mittwoch fand im Bürgerhaus in Haunersdorf das ILE-Netzwerktreffen statt. Im Fokus stand das Thema „Digitalisierung – eine Chance für die kommunale Verwaltung“. Hans- Peter Schmucker, Behördenleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern und erster Bürgermeister Herbert Sporrer von der Marktgemeinde Simbach begrüßten die Vertreter der kommunalen Verwaltungen sowie die Referenten.
Engagiert, mutig und innovativ machen sich die ILE-Mitstreiter für den ländlichen Raum stark. Regionale Akteure werden zu interkommunalen Partnern, Vordenkern und Motivationskünstlern. Wie können sich kommunale Verwaltungen bestmöglich für die Herausforderungen der Zukunft wappnen? Welche Chancen bieten sich insbesondere durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz? Was hat es mit der Smarten Gemeinde/ILE auf sich?
Diese Themen standen beim Netzwerktreffen im Fokus. „Wir treffen uns im zweijährigen Turnus“, erklärte Behördenleiter Schmucker in seiner Begrüßung und stellte den Versammlungsort kurz vor. Das ehemalige Wirtshaus im Herzen des Dorfes stand 2004 leer. Es gab seitens der Gemeinde, die das Gasthaus von der Brauerei Wasserburger erworben hat, Überlegungen für einen Abriss, Erhalt oder Sanierung.
Letztendlich entschied man sich für die sehr guten Förderkondition von „Innen statt außen“. Bezüglich des Netzwerktreffens betonte der Behördenleiter, sei der Landkreis Dingolfing-Landau noch „ILE-frei“ und von 26 ILE-Regionen als „gallischer Landkreis“ umringt. Bürgermeister Herbert Sporrer stellte die Marktgemeinde Simbach mit rund 4500 Einwohnern und seinen fünf Gemeindeteilen vor. Haunersdorf zähle rund 450 Bürger.
Die Förderung bezüglich der Sanierung belief sich auf 80 Prozent. Die zwei Millionen Euro für die Sanierungskosten wurden sogar auf 1,6 Millionen gesenkt. Sporrer wusste zwar um dem ILE-freien Landkreis, erklärte aber in Bezug auf den Bockerlbahnradweg von Landau nach Arnstorf, an dem früheren xper Regio beteiligt gewesen zu sein.
Im Anschluss folgten die Fachvorträge. Karlheinz Roth, Bürgermeister der Gemeinde Spiegelau und Vorsitzender der ILE-Nationalpark Gemeinden, erzählte von seinen Erfahrungen mit der Digitalisierung in der kommunalen Verwaltung am Beispiel seiner Gemeinde Spiegelau. Insbesondere stellte er dar, welche Projekte in den letzten Jahren im Bereich der Digitalisierung in der Verwaltung realisiert wurden.
„Digitalisierung (inter-)kommunal gestalten – Einblick in die Modellprojekte Smarte Gemeinde und Smarte ILE“ lautete das Thema von Hanna Schürzinger vom Technologie Campus Grafenau der TH Deggendorf und bot Einblicke in diese Pilotprojekte. Schürzinger behandelte dabei die zentrale Frage, was „smart“ für kleine Gemeinden im ländlichen Regionen bedeuten kann und zeigte auf, wie Digitalisierung in Gemeinden erfolgreich gestaltet werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der interkommunalen Zusammenarbeit: „Wie kann Digitalisierung auf ILE-Ebene gestaltet werden und welche Potenziale sowie digitalen Lösungen existieren für die interkommunale Zusammenarbeit?“.
Herbert Daschiel vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus informierte zu Themen aus dem Staatsministerium.