Jetzt wird gebaut: Im neuen Rinchnacher Gewerbegebiet hat am Dienstag der offizielle Spatenstich für das neue Verteilzentrum der Deutschen Post stattgefunden. Laut der Deutschen Post entstehen in Rinchnach 70 Arbeitsplätze. Damit wird das Verteilzentrum vom bisherigen Standort in Regen nach Rinchnach verlegt.
Bürgermeisterin Simone Hilz und der Leiter der Niederlassung der Deutschen Post DHL Straubing, Bernd Kloos, unter der der neue Stützpunkt geführt wird, zeigten sich beim Spatenstich mit Investor Alois Veit einig: Die Region werde mit diesem Vorhaben gestärkt.
Wie berichtet, endet das Pachtverhältnis zwischen der Deutschen Post und dem derzeitigen Eigentümer des Post-Gebäudes in Regen. Mehrere Standorte habe man sich angesehen, sagte Kloos beim Spatenstich, eine wirtschaftliche Darstellung und kurze Wege seien wichtig: „Der Rinchnacher Standort ist für uns sehr gut. Die Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 85 ist hervorragend, auch die Lage am Ortsrand könnte nicht besser sein“.
Rinchnachs Bürgermeisterin ließ in ihrer Begrüßung den Weg seit der Vorstellung der Verantwortlichen der Deutschen Post im Herbst 2021 bis zur Erteilung der Baugenehmigung im Juni Revue passieren. Hilz erinnert sich an den ersten Kontakt gleich zu Beginn ihrer Amtszeit – da sei ihr klar gewesen: „Wenn wir das schaffen, beginnt für Rinchnach ein neuer Weg.“ Gemeinsam mit dem Gemeinderat habe sie sich von Beginn an sehr dafür eingesetzt, die Deutsche Post als Arbeitgeber nach Rinchnach zu holen. „Wir brauchen einen wirtschaftlichen Fortschritt, die gewerbliche Entwicklung soll vorangetrieben werden“, betonte Hilz, „wir wollen Arbeitsplätze und Lebensqualität bieten, damit wir der jungen Generation eine Zukunft in Rinchnach ebnen.“
Realisiert wird der Zustellstützpunkt, der die Standorte Regen und Zwiesel ersetzen und deren bisherige Prozesse modernisieren soll, von einem Investor, der VETA GmbH aus Hauzenberg. Deren Geschäftsführer Alois Veit berichtete im Rahmen der Veranstaltung über die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Post. Der Rinchnacher Zustellstützpunkt sei bereits sein fünftes Investment-Projekt für die Post. Hilz betonte, Gemeinde und Investort wollten für die Post die idealen Bedingungen schaffen. „Durch diese Ansiedlung wird Rinchnach stärker, es profitiert der ganze Ort“, ist sie sich sicher.
Das geplante Gebäude verfüge über alles, was für eine zuverlässige Zustellung der Sendungen Grundvoraussetzung sei, sagte Bernd Kloos. Außerdem werde der neue Standort der Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Post gerecht. Rund 10000 Quadratmeter groß ist das neue Betriebsgelände. „Das Gebäude soll energetisch dem Standard nach KfW40 entsprechen“, sagte Veit. Die Halle werde mit Fußbodenheizung ausgestattet, die Wärmeerzeugung erfolge mittels einer Außenluft-Wasser-Wärmepumpe. Die Deutsche Post hat elektrische Streetscooter im Einsatz, für sie sind 48 Ladestationen auf dem Grundstück vorgesehen. Der Standort ist künftig die Logistikstation für die Zustellung von über 113000 Briefen und über 17100 Paketen pro Woche in Zwiesel, Lindberg, Bayerisch Eisenstein, Frauenau, Regen, Kirchberg, Kirchdorf, Bischofsmais, Langdorf und Rinchnach.
Beim Spatenstich dabei war auch das Büro Bollwein Architekten, das die Bauleitplanung des Gewerbegebiets „Am Klosterfeld“ seit 2021 begleiteten, sowie das Ingenieurbüro Geiger, das die Erschließung geplant hat. Diese soll umgehend ausgeschrieben werden, Maßnahmenbeginn ist schon im September geplant, wie der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat, in der auch der Satzungsbeschluss gefasst wurde.
Laut der Deutschen Post bereiten in einem Zustellstützpunkt die Zusteller ihre Zustelltouren vor. Der größte Teil der Briefe, die morgens vom Briefzentrum angeliefert werden, ist schon nach der Gangfolge der Zusteller sortiert. Nur geringe Mengen müssen noch im Zustellstützpunkt von Hand in die Reihenfolge gebracht werden, in der die Postboten die Straße entlang ihre Tour fahren. Auch die Päckchen und Pakete, die morgens mit mehreren Lkw vom Paketzentrum kommen, müssen den Touren entsprechend in die Zustellfahrzeuge geladen werden.